Ausflugsziel Zeisigwald
Der Zeisigwald erstreckt sich zwischen Hilbersdorf, Sonnenberg und Yorkgebiet bis hinauf zum Beutenberg. Erstmals wurde er 1331 als „bey des Keisers Forste“ urkundlich erwähnt. Mit einer Fläche von ca. 5 km² ist er das größte innerstädtische Waldgebiet. Rotbuchen, Rosskastanien, Weyhmutskiefer und Roteiche bilden den Hauptbaumbestand.
Bereits zu Agricolas Zeiten baute man im Zeisigwald Porphyrtuff im Ratssteinbruch zu Bauzwecken ab. An vielen alten Gebäuden auf dem Sonnenberg kann man die Verwendung des Materials noch gut sehen. Der weiche, poröse Tuff weist zahlreiche Farbtöne auf, die in Form von unregelmäßigen Flecken und Streifen dem Gestein einen unverkennbaren Charakter geben.
Der Zeisigwald wurde schon frühzeitig von den Chemnitzern als Naherholungsgebiet genutzt. Hierhin wanderten sie aus der grauen Enge der Stadt um Ruhe und Erholung zu finden und frische Luft zu tanken. Bereits 1899 wurde von der Aktien- Lagerbierbrauerei Schloßchemnitz ein Sommerrestaurant errichtet. Mit der „Waldschänke“ war ein attraktives und viel besuchtes Ausflugsziel entstanden.
Vor mehr als 100 Jahren hatte Otto Werner vom städtischen Gartenamt die Idee für einen „Waldpark“. Es entstanden Wanderwege, die Anlage am Goldborn, die Spielwiese an der Forststraße, eine Rodelbahn, das städtische Luftbad am Zeisigwald. Die Anlage des Engelmannteiches fällt ebenfalls in diese Zeit. Auch eine Teichschänke gab es und Boote luden zu einer Gondelpartie ein.
Mit dem Aussichtsturm auf dem Beutenberg und der dazugehörigen Beutenbergbaude, sowie der Heideschänke entstanden weitere Ausflugsziele. Auch Gedenksteine für Heinrich Cotta und Anton Günter wurden aufgestellt. 1925 konnte das so genannte „Hirschdenkmal“ eingeweiht werden. Dieses Ehrenmal soll an die Gefallenen des 15. Königlich Sächsischen Infanterieregiments Nr. 181 in Ersten Weltkrieg erinnern.
Wenn auch viele dieser Anlagen nicht mehr vorhanden sind und teilweise in Vergessenheit gerieten, ist der Zeisigwald auch heute noch ein beliebtes Naherholungsgebiet der Chemnitzer.