Mit
einer Länge von 48 m, einer Breite von 23 m und einer Höhe von 18 m bietet die
Kirche St. Joseph Platz für ca. 600 Sitzplätze.
Treten wir ein in das Haus der Andacht und Besinnlichkeit. Ruhe und Harmonie
empfängt uns. Die im romanischen Stil geschaffenen Pfeiler, Rundbögen und Säulen
strahlen Würde und Erhabenheit aus. Jeder der auf seinem Weg zu sich selbst
Stille, Trost und Geborgenheit sucht, wird sie hier finden.
Innenraum
Mehrmals machten sich auch im Innern der Kirche Umgestaltungs- und Malerarbeiten
nötig. Waren erst kunstvolle Muster an den Wänden zu sehen, wurden diese später
einfach übermalt. Die gravierendste Veränderung im Innenraum erfuhr die Kirche
jedoch nach dem II. Vatikanischen Konzil. Grundlegende Reformen des kirchlichen
Lebens und Öffnung zur modernen Welt und anderen christlichen Kirchen waren dort
beschlossen worden. Der Altar wurde von "Zierrat befreit", die Kanzel
schließlich gänzlich entfernt und durch ein Ambo - ein Verkündigungspult
ersetzt. Ebenso verschwanden die Seitenaltäre, die schweren hölzernen
Beichtstühle und von den Kreuzwegbildern wurden die Rahmen entfernt. Fußboden
und Elektrik wurden ebenfalls erneuert.
Nach der Wende erfolgte ab 1992 sowohl eine komplette Außen- als auch
Innensanierung. Finanziert wurde diese zum Teil aus Fördermitteln des
Freistaates, aus Mitteln des Bistums, der Stadt Chemnitz und des Bonifatiusvereins, aber auch durch großzügige Spenden und Baukollekten aus der
Gemeinde selbst.
Kanzel und
Ambo
Eine
Kanzel, wie wir sie in vielen anderen Kirchen kennen, werden wir hier nicht
finden. Sie wurde bei Renovierungsarbeiten entfernt. Doch die schönen, kunstvoll
gearbeiteten Details der alten Kanzel blieben erhalten und zieren heute das Ambo
– das Verkündigungspult.
Altar
Schauen wir uns um. Der kostbare, vergoldete Hochaltar wurde in einer
Münchner Werkstatt gefertigt. Dieser so genannte “Josephsaltar“ ist eine
Seltenheit.
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...und heute. |
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Dargestellt ist auf der linken Seite die Verlobung von Maria und Joseph vor dem Hohepriester und auf der rechten Seite der Tod Josephs. |
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Am 17. Juli 1927 predigte Pfarrer Katzschmann über unseren Kirchenpatron und weiht die von ihm der Kirche zum Geschenk gemachte Joseph-Statue ein. Diese war mit einer elektrischen Lichtanlage umrahmt. Im Zuge von Umbau und Sanierung ist auch dieses Relikt, so wie einige andere Ausstattungsgegenstände der Anfangsjahre verschwunden.
Taufstein
Der
schlichte Taufstein wurde vom Bauherrn Hanns Paul Wingen für die Gemeinde
gespendet. Der Taufsteindeckel fiel 1943 der Metallabgabe für den Zweiten
Weltkrieg zum Opfer und der schwere Fuß aus Stein wurde bei der Sanierung in
den 1970er Jahren gegen Metallfüße ausgetauscht.
Orgel
Am Anfang besaß die Kirche noch keine eigene Orgel. Es gab nur ein kleines
ausgeliehenes Instrument. Anfang Oktober 1922 war die Gemeinde kurz davor "ihre"
Orgel zu verlieren, weil die 200.00 Mark Zinsen nicht aufgebracht werden
konnten. Doch "Dank der Inflation" konnte fünf Monate Später verkündet werden,
dass man die Orgel für 180.00 Mark gekauft habe. Das Geld dafür musste nun nur
noch "beschafft" werden. Ein Vierteljahr später war die Orgel Eigentum der
Kirchgemeinde. Allerdings machten sich kurze Zeit später bereits Reparatur und
Reinigung des Instruments erforderlich. Auch für diese kann das nötige Geld in
der Gemeinde aufgebracht werden. Erst 1936 kann endlich eine entsprechende Orgel
angeschafft werden. Das zweimanualige Instrument stammt aus der Werkstatt der bekannten
Orgelbauerfamilie Schmeißer in Rochlitz und wurde
am 22. November 1936 geweiht. Während der großen Sanierung zu Beginn der 1990er
Jahre wurde auch die Orgel fachmännisch restauriert.
Glocken
Vom seitlich angebauten
50 m hohen Turm verkündet seit 1914 der Klang der Glocken den Ruf zu Besinnung
und Gottesdienst. Eher war die Anschaffung von Glocken aus finanziellen Gründen
nicht möglich gewesen. Die Bronzeglocken mit den Namen St. Salvatore -Ton c, St.
Joseph - Ton e, St. Maria - Ton g und St. Michael - Ton a wurden am 1. November
1914 geweiht. Am 22. November 1914, dem letzten Sonntag des Kirchejahres
erklangen die vier Glocken zum ersten Mal mit ihrem Geläut über den Sonnenberg.
Doch lange kann sich die Gemeinde nicht an ihren neuen Glocken erfreuen. Der Krieg
fordert schon bald Opfer, auch Materielle. So mussten zwei der vier Glocken
abgegeben und eingeschmolzen werden. Eine weitere Glocke wurde 1942 als
"Kriegsopfer" zum Einschmelzen abgegeben.
Abnahme der Glocke "St. Joseph" am 2. März 1942 |
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Zwanzig Jahre musste die Gemeinde auf ein neues, vollständiges Geläut warten. Am 20.
Juni 1962 konnten die neuen Glocken aus Hartguss geweiht werden. Ihre Nahmen
sind: "Christus ist Sieger - Christus ist König - Christus ist Weltenherr" mit
dem Ton d, "Maria Königin des Friedens" mit dem Ton fis, "St. Joseph" mit dem
Ton a und "St. Michael" mit dem Ton h. Die letzte verbliebene Bronzeglocke wurde schließlich
nach Gröditz verkauft.