Eine neue Gemeinde entsteht
Deshalb gründete Pfarrer Müller von St. Nepomuk ein Kirchenbaukomitee, das sich mit dem Kirchenneubau befassen sollte. Aus diesem ging später der Kirchenbauverein hervor. Fleißig wurden Spenden für die neue katholische Kirche gesammelt. Schließlich konnte ein Grundstück vom Ziegeleibesitzer Moritz Wechsler auf dem Sonnenberg für 46.080 Mark gekauft werden. Der Anteil der von der Gemeinde selbst gesammelten Spenden betrug dabei 28.000 Mark.
Der Standort war mit Bedacht gewählt, war doch der Sonnenberg das am dichtesten besiedelte Stadtviertel zu dieser Zeit. Außerdem sollten von hier aus auch die Katholiken der umliegenden Ortschaften Bockendorf, Frankenberg, Hainichen, Langenstriegis, Niederlichtenau, Auerswalde, Papendorf und Sachsenburg betreut werden.
Beim Kauf des Grundstücks hatte man aber nicht nur an den Bau der neuen Kirche gedacht. Durch den Zustrom neuer Gemeindemitglieder war auch der Platz in der 1.Katholischen Schule zu eng geworden, so dass ebenfalls der Bau einer neuen Schule notwendig wurde. Am 12. Juni 1902 fiel endlich die Entscheidung für den Schulneubau. 16 Klassenzimmer, ein Zeichensaal, Direktions- und Lehrerzimmer und vor allem eine eigene Turnhalle sollten entstehen. Der Entwurf des Schulgebäudes und der Turnhalle stammt von Architekt Wenzel Bürger und die praktische Umsetzung übernahm Baumeister Joseph Ries. Am 4. Mai 1903 fand die Grundsteinlegung für die Schule statt. Bereits am 4. Januar 1904 konnte sie eingeweiht werden und die Schüler unter Leitung des Direktors Franz Richter vom neuen Schulhaus Besitz ergreifen. Waren es Ostern 1904 noch 382 Schüler, so stieg deren Zahl bis 1916 auf 1.052 an. Damit war sie die am stärksten besuchte Schule Sachsens.
Am 01.April 1904 wurde das Pfarramt St. Joseph errichtet und der bisherige Kaplan der Gemeinde St. Johann Nepomuk, Paul Katzschmann, wurde zum ersten Pfarrer der neuen Gemeinde ernannt. Da es noch keine Kirche gab, wurden die Gottesdienste in der Turnhalle der 2. katholischen Bürgerschule abgehalten. Eigens dafür war beim Bau der Turnhalle ein kleiner Altarraum und eine Empore eingebaut worden. Fünf Jahre lang fanden hier, neben dem täglichen Turnunterricht, sowohl Gottesdienste und Taufen, als auch Trauungen der neuen Gemeinde statt.
In dieser Zeit wurde der Bau der Kirche nun weiter vorangebracht. So konnte am 13.Oktober 1907 durch Bischof Dr. Aloys Schäfer der Grundstein für das neue Gotteshaus gelegt werden. Am 16.Mai 1909, dem Patronatsfest der Mutterpfarrei St. Nepomuk, erfolgte die Weihe der neuen Kirche St. Joseph durch Bischof Schäfer.
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